RBB, Gedenken an Christa Wolf
Nun kann der Sender nichts dafür, dass die sich in jede Veranstaltung drängende Katja Lange-M. ihren Status als ehemalige Autorin betont, also von der Kollegin Christa Wolf sprechen darf... aber warum vor der anschließenden, das Prädikat "unvergleichlich wertvoll auch für die Jugend von heute" verdienende Literatur-Verfilmung "Der geteilte Himmel" gewarnt wird? Weder Gewalt noch nackte Haut können der Grund sein - es geht wohl einzig und allein um das Ost-West-Problem, das sich hier der Sache angemessen, tragisch, die andere Seite nicht diffamierend und nicht selbstgerecht entfaltet - und es nimmt nicht Wunder, dass man beim Senatsfernsehen der Frontstadt offenbar vor so etwas warnen muss!
14.12.2011
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Innenminister will Internet-Überwachung gegen Nazis
... und alle die ihn kennen, wissen: Gegen Rechte heißt bei Friedrich - gegen Bürgerrechte.
7.12.2011
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Von ARD bis ZDF - Plötzlich gibt es doch Rechtsterror
Während sich Deppndorf, der vor wenigen Tagen noch unbedingt auf Gebührenzahlerkosten in Athen am Mikro stehen musste, die skandalöse Forderung in die Welt bläst, dass mann sich mit ihm und seinesgleichen schämen sollte, weil er jahrzehntelang zu jenen gehörte, die Rechtsterror leugnete anstatt ihn zu bekämpfen, hat die CDU den großen runden Placebo vor das Thema gerollt, das NPD-Verbot. Als mögliche Steigerungsform empfehle ich - aus Erfahrung - eine Stärkung der kriminell rechtsradikalen Strukturen in den deutschen Staatsorganen... wahlweise durch mehr Mittel oder größere Befugnisse.
16.11.2011
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Wer noch nicht wusste, wer bei den großen "Shows" die Museen vollmacht, der konnte gestern im Morgenmagazin eine Frau in der Schlange zur Berliner "Gesichter der Renaissance" kennenlernen, die sich angesichts einer Nachbildung des Gemäldes "Mädchen mit Hermelin" überrascht zeigte, dass das Hermelin nicht Kragen am Hals, sondern Tier auf dem Arm sei. Sie hat also den Blick aufs Original nötig.
1.11.2011
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VauWeh! das Auto
Zur Strafe dafür, dass ich mich zur Ignoranz bekenne, über ein neues Buch der Fräulein-Schriftstellerinnen, die sich nach zwei lebensdünnen Büchern in der Toscana Häuschen gekauft haben, wo sie sich langweilen und gegenseitig besuchen, über ein weiteres empfindsames Buch dieser Riege also spotten zu dürfen, verurteilte ich mich gestern abend, die Wohlthatsche Mängel- Ausgabe Illies' Golf zu lesen. Was seltsame Blüten offenbart - fernab von der allgemeinen Meinung, die Linke habe eben doch recht behalten und das Glück der Börsenspekulation sei mit einem Haltbarkeitsdatum versehen gewesen. Weshalb ich hier wohl Einiges aufführen werde. Heute nur so viel: "Mir geht es gut" ist und bleibt eine Eröffnung, die nur für Krankenberichte geeignet ist. Denn du weißt nur noch nicht, dass es dir nicht gut geht.
21.10.2011
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Man kann die Abendschau nicht loben, RBB
Da hier vielleicht hauptsächlich der Nachweis erbracht werden soll, dass die
„Haupt“stadt jedenfalls keinesfalls die Journaille hat, die eine Stadt verdient
hätte, und allein deshalb wohl bis auf weiteres eine Provinz bleiben wird, wollen
wir nicht länger warten und die Hauptbelastungszeugen und das Beweisstück Nummer
1 der Anklage vorzulegen: Die „Abendschau“ des seinen Namen – nie jedoch seine
Natur – wechselnden Senatsfernsehens Berlin.
Viele Berliner wünschen sich ja, dass Berlin so wäre – mein Gott wäre das schlecht!
Aber auch viele andere verwechseln die Abendschau mit der Realität – suchen
die nicht einmal halbstündige Unterhaltungssendung als Sprachrohr auf und feiern
es als Höhepunkt ihrer Bekanntheit, wenn sie in der Abendschau vorkommen.
Warum ist dieses schnarchnasige Journal so populär? Es ist es nicht. Ebenso
selten wie die Abendschau Skandale selbst aufgedeckt hat, also zum journalistischen
Spieler wurde, sieht der Berliner, den sich die Macher als Zielgruppe vorstellen,
dieses an. Eigentlich fühlen sich alle fehl am Platze, denn vom Lebensgefühl
her passt die Abendschau zur Springer-Bingo, aber seit Lummer sind diese Zuschauer
nicht mehr um 19.25 Uhr beim RBB, es sei denn um genau diese 5 Minuten bis halb
acht zu sehen – den regionalen Wetterbericht.
Da in Berlin ohnehin nicht genug passiert, versäumt man ja auch nichts, es sei
denn man hat den einen thematisch relevanten Bericht pro Woche verpasst – das
gilt dann doch bei vielen als Fauxpas. Warum? Nicht etwa, weil es ein Agreement
gibt, man müsse die Abendschau sehen und damit mehr als 3 Stunden pro Woche
Murks, sondern weil diese Sendung die Funktion und den Sendeplatz für das blockiert,
was Berlin eigentlich bräuchte… Wo waren wir? – ach ja: es passiert ja nichts,
hat man den Eindruck. Weshalb bundesrepublikanische Themen ausführlich wiedergekäut
werden; weil wirklich nicht genug passiert? Ach was. Es kommt doch überhaupt
alles vor – vor allen findet sich die Realität der Metropole in den Polizei-
und Gerichtsberichten! Und dann ist da noch Zeit – für Einkaufstipps und Berichte
von Kinopremieren und aus dem Zoo, ach! Wer will, kann mitmachen, und man wundert
sich, dass die verbrecherische Existenz der „Kirchenredaktion“ ihre schleimige
Hand nicht öfter in Richtung Bildschirm ausstreckt als empfundene 10 Stunden
pro Woche, die mit Werbung für „christliche“ Esoterik vollgemacht werden. Bunt
ist diese Struktur- und Profillosigkeit nicht, reine Einöde, die man den Machern
der Abendschau scheinbar auch nicht durch Aufregendes Geschehen oder gewachsene
Attraktivität der Stadt austreiben kann.
Wir wollen hier aber auch nicht der Berliner Staatsjournaille anhängen, was
scheinbar an allen klebt: oberflächliche Berichterstattung, die Inhalte zu durchschnittlich
Zweidritteln verfälscht, was sich gern Vereinfachung zum Wohle des Zuschauers
nennt… oder die vollkommene Unbedarftheit im Spiel mit der eigenen Macht (die
sich auch durch dieser Offenheit zu dieser Schlampigkeit ausdrückt) wie auch
der Umgang mit den anderen Mächtigen (Berlin hat keine Wirtschaft und keine
Einflussreichen, wenn man dem Bild der Abendschau glaubt). Unabhängige Medien
gab es in der DDR natürlich nicht, aber ähnliche Heldentaten wie diejenigen,
die in den letzten Wochen und Monaten der untergehenden „Republik“ von den sich
befreienden Journalisten begangen wurden, wird man im Moment der Auflösung der
Bundes„republik“ in Berlin nicht noch einmal erwarten dürfen…
Genug des Lobes, das darin besteht, dass man die "Abendschau" überhaupt so ausführlich
erwähnt… dabei war nur die Rede vom Unvermögen, wir wollen lieber enden und
ein andermal von der nicht enden wollenden, jahrzehntelangen Geschichte von
Lüge (Beispielhaft sei die Berichterstattung über die Besetzung und Räumung
der Mainzer Straße genant), Hetze (ob Halbstarke, Rocker, Hippies, Ausländer
oder Punks, mit einem „Macht's gut, Nachbarn!“ verabschiedete sich das personifizierte
Stammtischniveau nach so mancher heute vielleicht doch als "politisch inkorrekt"
bezeichenbaren Verleumdung), Diskriminierung (auch gern "harmlos":
ein Beitrag über Motorradfahrerinnen in den 80ern endete mit der Großaufnahme
des Nummernschildes „B-H…“) und strukturelle Verdummung (das ist Programm) durch
die Abendschau sprechen, für die sich diese „Öffentlich-Rechtliche“ Marktschreierin
natürlich noch nicht entschuldigt hat. Wann wird, nachdem alle deutschen Ministerien
ihre Geschichte im „Dritten Reich“ aufgearbeitet haben, eigentlich das „Dritte“,
die staatsnahe „vierte Macht“ ihre Traditionen und personellen Verwicklungen
aufklären?
An diesem Abend bleibe es beim sehr vorläufigen Ergebnis dieser Leichenschau:
„Das ist wie jeder Kadaver – das blühende Sterben!“
18.10.2011
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Weltspiegel, ARD
Ein Beitrag über den Versuch chinesischer Bürger, sich für die "Kommunalwahlen" als Staatsparteiunabhängige Kandidaten aufstellen zu lassen. Nur zehn Unterstützerunterschriften sind notwendig, erklärt ein Aktivist, man könne dann dafür sorgen, dass inkompetente Beamte entlassen werden. Ach, könnte das in Deutschland auch nur ein Politiker des Bundestages!, aber nein, statt der Schelte der Staatsangestellten werden die Politiker verantwortlich gemacht und ist gar die Müdigkeit gegenüber der Demokratie gewachsen. Wie anders in China, wo natürlich der Staatsapparat alle Mittel einer Diktatur einsetzt, um die unabhängigen Kandidaten zu verhindern, sie erbarmungslos verfolgt und bekämpft. Und da ist dann auch der Ekel gegen Leute wie die Kanzlerin berechtigt - die aber bei ihrem nächsten Besuch neben Wirtschaftsfragen wieder die Menschenrechte ansprechen wird...
16.10.2011
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Rüdiger Schaper schaut auf zu Wowi und Schmitz - an Berlin vorbei
Der Tagesspiegel in bester Tradition: Journalismus als distanzlose Verehrung für die Sozialdemokratie an der Macht
Wer am Tag vor der letzten Berliner Wahl die Kulturseiten des Tagesspiegel
las, wurde von Rüdiger Schaper daran gemahnt, dass die SPD ihr oberstes Wahlziel
- "keine Regierung ohne uns" - so oder so erreichen würde und man nun tunlichst
dazu übergehen könne und sollte, sich bei den alten und neuen Granden der Stadt
zu empfehlen. Zu diesem Zweck legt Schaper seine "Brot und Butter" betitelte
Bilanz der Hauptstadtkultur unter Wowereit und Schmitz vor und tarnt seine Lobhudelei
nur schlecht: "Ein halbes Jahrzehnt war Kultur Chefsache. Das hat ihr gut getan."
Warum? Die Opernstiftung, die bekanntlich Wowereit ganz allein ausgeheckt hat,
habe "sich eingespielt". Bei Personalien hätten Wowi und sein Schmitz "ruhige
Hand" bewiesen - kaum zwei Monate zuvor hatte der verhinderte Kultursenator
(also Verhinderer eines Kultursenators) in der Deutschen Oper bei der Verabschiedung
der Intendantin hören können, wie sehr man seinen Umgang mit dem "Personal"
der Stadt schätzte. Aber Schaper kommt nicht ohne Kritik aus, nämlich an den
Kritikern: Als die Kulturszene Wowereits fixe Idee einer Kunsthalle nicht goutierte,
so geschah das nur, und hier folgt wirklich und wahrhaftig ein Zitat!, "König
Klaus sollte einmal eine Klatsche kriegen." Die Freiheit der Presse mag sein,
eine solche Dummheit als Meinung zu verkaufen. Die Freiheit des Lesers besteht
darin, diesen Artikel hier zur Seite zu legen. Er wird nichts versäumen. Die
Modemesse "Bread and butter" nach Geheimverhandlungen an Tempelhof zu binden
und Tempelhof damit für anderes zu blockieren - gehört zu den positiven Errungenschaften
der letzten Jahre, ebenso die "Berlin Music Week", bei der die Mitwirkung der
Senatsverwaltung für Wirtschaft unterschlagen werden kann. "Kulturelle Bildung"
- von Schmitz "gefördert" (wenn auch von Zöllner behindert)...
Schaper hatte sich eingangs dieses Artikels, der in der Vermutung (ver)endet,
dass die zurücklegenden Jahre vielleicht einmal als "goldenen zehner Jahre"
benannt werden, als einen Kriegsveteran bezeichnet, weil er ja schon so lange
(seit 1999, nämlich als Autor für den Tagesspiegel) mit der Kulturpolitik (also
dem, was der Journalist dafür hält) zu tun gehabt habe. Das Kriegsgetöse haben
seine Ohren offenbar schlecht vertragen: Überhört hat er scheinbar die sozialdemokratische
Schadenfreude an steigenden Mieten und Verdrängung in Berlin - und hat sich
nun, pünktlich zur 180-Grad-Wende der SPD im Wahlkampf, entschlossen, als überzeugter
Schnauzbartträger, , auch mal das Wort "Gentrifizierung" zu benutzen: "Eine
verträgliche Wohnungspolitik hilft auch der Kultur", schreibt der Autor, der
vor kurzem nach Friedrichshain gezogen ist, weil ihm Schöneberg zu ruhig und
teuer wurde (was Schaper, "nicht faul", zu einem Artikel verwurstete,
dessen gewerkschaftlich vereinbartes Zeilenhonorar durch Gerede von noch immer
bestehender Teilung der Stadt wie von selbst aufgefüllt wurde).
Heute sagt man: Da hat jemand dazu gelernt. Früher sagte man: Da hängt jemand
seine Fahne nach dem Wind. Woher weiß er, woher der Wind weht? Die Unabhängigkeit
dieses kritischen Journalisten geht so weit, dass er als Thema verschweigt,
was von den Objekten seiner Huldigung auch nicht erwähnt wird - denn die ausgehungerte
Bezirkskultur sollte nach Überzeugung des Berliner Bürgermeisters tunlichst
Sache der Bezirke bleiben, die mit ihren Haushalten nicht auskommen, während
Wowereit mal eben satte 1,4 Millionen Euro für seine nichtssagende Showveranstaltung
"based in berlin" in den Sand gesetzt hat. Offenbar ist Schaper über die Jahre
blind für die Berliner Realität geworden, ansonsten wären ihm diese unrühmlichen
Kapitel des Kulturpolitik transpirierenden Duos Schmitz-Wowereit nicht genauso
entgangen wie der Anteil des Koalitionspartners der Berliner SPD, der bei ihm
- auftragsgemäß? - unerwähnt bleibt. Kurz und gut: Schaper hat sich als würdig
erwiesen, den Hofschreiber für die neue Regierungskoalition zu geben.
16.10.2011